Bananenblatt

Klarheit in der politischen Debatte

Pressespiegel: Deutschland heute (2019-05-08)

Ein unglaublicher Pressespiegel

… und es ist grade mal mittag …

Gedanken zur Schwarzarbeit in der Pflege

Neulich brach bei Facebook eine Diskussion über Schwarzarbeit in der Pflege aus. Das Thema ist zu komplex für Facebook-Kommentare.

Es gibt alternative Ideen – aber in Deutschland kein alternatives System, allenfalls Inseln von buurtzorg-Nachahmern die in bestimmten Konstellationen unterstützen können. Leider muss man sagen: buurtzorg kann ein Baustein eines alternativen Systems sein, aber die Ideen sind kein vollständiges System.

Sogar wenn wir jetzt Vollgas geben und alle an einem Strang ziehen, wird es ein paar Jahre dauern bis wir dieses System hier flächendeckend am Laufen haben. Dabei weht der Wind im Moment in eine andere Richtung: Im Moment laufen politische Anstrengungen, die „Qualität in der Pflege“ zu sichern. Das ist grundsätzlich eine gute Idee, läuft aber dem Gedanken von buurtzorg diametral entgegen, denn buurtzorg fördert kreative Einzelfalllösungen, Qualitätssicherung dagegen baut auf Standardisierung auf.

Übrigens, es geht dabei um SEHR viel Geld für SEHR viele verschiedene Interessengruppen. Googelt mal „Gemeinsamer Bundesausschuss“ (G-BA) und macht eine Stakeholder-Analyse dieses Gremiums: Welche Interessensvertreter versuchen, die Entscheidungen des G-BA in welche Richtung zu beeinflussen? Sogar wenn man allen unterstellt dass sie es gut meinen (und ich denke dass das im Allgemeinen auch der Fall ist) ist das unter den Top 3 komplexesten Entscheidungsprozesse die ich kenne – auf Augenhöhe mit der EU.

Exkurs: Wenn wir die medizinische und pflegerische Versorgung in Deutschland verbessern wollen, ist der G-BA die erste Institution, die ersetzt werden müsste. Sie ist meiner Einschätzung nach die Wurzel des aktuellen Systems, doch den G-BA kennt kaum jemand.

Egal: Sogar wenn alle ihre eigenen finanziellen Interessen dem Wohl der Patienten bedingungslos unterordnen (und das ist in dieser Radikalität sicher keine realistische Erwartung – niemand wird fröhlich sagen „ach, meine Firma wird im neuen System nicht mehr benötigt, dann entlasse ich einfach alle meine Mitarbeiter und sperr‘ zu“.) wird es Jahre dauern, bis das neue System steht.

Die Pflege hat keine „Pause“-Taste. Wir können die Pflegebedürftigen nicht in einen Kühlschrank legen bis alle Kompromisse mit allen Interessengruppen ausgeschachert sind, bis all das Geld neu verteilt ist, und dann wieder anfangen. Wer heute pflegebedürftig ist, muss heute gepflegt werden – irgendwie. Und morgen, und übermorgen. Das duldet keinen Aufschub. Und bis das heutige Pflegesystem in ein neues, besseres überführt ist (egal ob buurtzorg oder irgendwas anderes) ist Schwarzarbeit der einzige funktionierende Weg. Die im Ausgangsartikel genannten Zahlen von 1500-2500€ verschleiern dabei die echten Komplikationen, beispielsweise dass die Familie legal angestellten ausländischen Pflegekräften gegenüber nicht weisungsbefugt sind, oder dass echte 24h-Pflege legal nur im Dreischichtbetrieb möglich ist (und dann erreichen wir nach Auskunft eines Pflegedienstes Kosten zwischen 15.000 und 20.000€ im Monat – PLUS Kost und Logis für drei Personen).

Es ist gut dass es alternative Ideen gibt. Es ist grundsätzlich auch gut, dass es Bestrebungen zur Qualitätssicherung gibt. Leider ist gut gemeint nicht unbedingt gut gemacht, „gut gemeint“ ist nicht gut genug, in keinem Modell. Das Themenfeld ist extrem komplex, und die Migration hat es entgegen allen Behauptungen nicht einfacher gemacht. Wenn wir das Feld überhaupt sinnvoll in den Griff bekommen, wird das noch Jahre dauern.

Hmmm… hoffentlich weniger als zwei, drei Jahrzehnte, das wäre so meine Wettervorhersage, wie lange ich selbst noch ohne Pflege aushalten könnte.

Über das Kopftuch-Verbot

Die Kopftuch-Diskussion muss geführt werden wie die Diskussion über Kinderarbeit.

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Der Moment der Wahrheit: Wie gehen wir mit Asia Bibi um?

Jetzt ist der Moment der Wahrheit:
Schützen wir die Verfolgten,
oder holen wir einfach willkürlich Islamisten ins Land?

(nicht nur Islamisten, aber auch – und scheinbar in einer Menge, die jetzt schon politische Entscheidungen unterwandert)

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Migrationspakt. Mein persönliches Fazit.

Zusammenfassung:

Der Migrationspakt löst keines der deutschen Probleme mit Migration, er ist jedenfalls nicht der versprochene Durchbruch. Stattdessen ist es ein riesiger Einschnitt in unsere Souverenität: auch eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag und/oder Bundesrat könnte nichts tun, um entstehende Missstände in Deutschland zu stoppen. Solange diese Unumkehrbarkeit besteht bin ich STRIKT dagegen und empfehle den österreichischen Weg, nicht nur den Migrationspakt nicht anzunehmen, sondern sich davon zu distanzieren.

Stattdessen müsste die Intensität konkreter bilateraler oder multilateraler Verhandlungen intensiviert werden. Unter Umständen müssten wir auch akzeptieren, dass es Länder gibt, mit denen wir uns nicht einigen können – dann sollten wir Wege finden, wie wir damit umgehen.

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Europa war mal eine Gemeinschaft der Werte (II)

Was Europa auszeichnet (auszeichnen sollte…) ist, dass wir gemeinsame Werte verfolgen. Das gilt gerade für die historischen Erzfeinde England, Frankreich und Deutschland. Der heutige Terroranschlag zeigt einmal mehr, dass das Vereinte Königreich zu Europa gehört. Jeder Humanist in Europa muss nicht nur darüber nachdenken, wie wir Flüchtlingen helfen können, sondern auch (und vielleicht noch mehr) darüber, wie wir die Humanisten uns selbst schützen können vor denen, die die Menschenrechte mit Füßen treten. Wahrscheinlich müssen wir das kleiner Übel wählen.

Wenn die humanistischen Gesellschaften sich nicht selbst schützen, wird niemand mehr da sein, um den Rest zu schützen.

Das Vereinte Königreich gehört zur EU und sollte in der EU bleiben. Gemeinsam sind wir stark. NUR gemeinsam.

Europa war mal eine Gemeinschaft der Werte

Die Menschenrechte sind nicht selbstverständlich, sie sind fragil. Wir müssen sie schützen, ohne sie dabei selbst zu zerstören.

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Religionsfreiheit

Die größte Herausforderung unserer Zeit liegt im Umgang mit der Religionsfreiheit, im Konflikt zwischen denen, die sie unterstützen und denen, die sie verneinen.

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Was gute Integration wirklich bedeutet

Spiegel Online schreibt darüber, Was gute Integration in Deutschland bedeutet. Die detaillierte Ansicht zeigt Umfrageergebnisse zum Thema, unter anderem einen Punkt „Achtung der Menschenrechte“.  Hier hängt der Hammer: 

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Terror oder Amok?

Ansbach – Ein Terrorist?

München – Ein Amokläufer?

Spiegel Online meint:

[Der Münchner Täter] war, nach allem, was man weiß, ein Rassist mit rechtsextremen Motivationen. Er war kein Amokläufer, der aus einem diffusen Gefühl von Wut und Weltekel heraus agierte.

In der Folge wird die Reaktion via den Sicherheitsapparat verneint und stattdessen mehr Integration gefordert. Der Konfliktforscher Ulrich Wagner wird aus einem Interview im Deutschlandfunk zitiert:

Die „Gefühle von Benachteiligung und Ausschluss“, so Wagner im Deutschlandfunk, seien oft Grund für solche Taten, sie müssten ernst genommen und besser aufgelöst werden.

Ein zentraler Punkt kommt dabei leider unter die Räder: Die Zeit!

BEIDE haben recht – sowohl die Menschen die jetzt eine Antwort über den Sicherheitsapparat suchen als auch die Menschen, die Konflikte „an der Wurzel“ lösen wollen.

Nur… wir können nicht warten. Solange die „Wurzel“ der Konflikte nicht zuverlässig gelöst ist, müssen wir über den Sicherheitsapparat gehen. Die Möglichkeiten der Polizei und sonstigen Behörden zu erweitern lässt sich im Rahmen von Monaten ändern, und auch wenn das selbstverständlich Anschläge, Amokläufe und andere Zwischenfälle nicht zu 100% ausschließt können die Behörden doch die Schwelle heben.

Ein Umdenken der nötigen Größenordnungen in zwei Gesellschaften (jaja… ich habe im Konfliktmanagementkurs aufgepasst: Solange eine Partei einen Konflikt erlebt ist er vorhanden…) ist eine Aufgabe für Jahrzehnte. Es gibt Menschen die bezweifeln, ob das überhaupt geht – eine Antwort auf diese Frage werden bestenfalls unsere Kinder erleben, eher unsere Enkel.

In der Zwischenzeit müssen die Behörden für mehr Sicherheit sorgen und uns so die Zeit verschaffen, besser miteinander zu reden.

 

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