Wieder so ein Fall von kognitivem Frontalzusammenstoß:
Wieder so ein Fall von kognitivem Frontalzusammenstoß:
Technikfolgenabschätzung ist in Deutschland beliebter ein Volkssport. Genau genommen: Technikfolgen-Kritik. Schwarzmalereien zu beliebigen Themen sind fast so beliebt wie Fußball – und wie beim Fußball ein Volk von 80 Millionen Nationaltrainern sind die Deutschen auch bei der Technikfolgen-Kritik ein Volk mit 80 Millionen Experten. Wo vor 100 Jahren Nostradamus den Untergang der Welt prophezeite, sind es heute die Technikfolgenabschätzer.
Doch was sind die Folgen dieser Suche nach den Folgen? – Eine Technikfolgenabschätzung-Abschätzung am Beispiel. Und wer jetzt die verpassten Chancen von Gentechnik, Atomkraft und Internet erwartet, hat sich getäuscht.
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English text follows below
Im Advent überfällt uns eine Flut der Online-Adventskalender, und in der Fernsehwerbung meldet sich die eine oder andere wohltätige Organisation und wirbt um Spenden.
Ich finde, gerade die kleinen, wenig bekannten Organisationen haben ein wenig Mundpropaganda verdient. Nachdem der “Follow Friday” auf Twitter immer wieder zu Twittergewitter führt, könnte man das Ganze auch einmal für einen guten Zweck ausprobieren. Genau genommen: Für viele gute Zwecke.
Also: Fleißig retweeten, das #AdventCharity (#AC ?) verwenden, Lieblings-Organisation nennen.
Am besten hier noch einen Kommentar setzen, in dem Kürzel zum persönlichen Favoriten erklärt wird. Die folgenden Beispiele sind natürlich doch wieder die “üblichen Verdächtigen” – doch ich bin gespannt auf das, was daraus wird.
Beispiele (in beliebiger Reihenfolge):
Die Idee kommt von einem jährlichen Anschreiben der Ärzte ohne Grenzen. Natürlich liegt der Spendenaufruf bei – aber es liegt auch ein kleiner Bogen mit neun Absender-Aufklebern bei, die ich auf meiner Weihnachtspost verwenden kann. So kann ich, auch wenn ich nicht spende, der Organisation etwas Gutes tun – sozusagen #FollowFriday für Papierpost.
Einige sind die Mundpropaganda mehr wert als andere – aber wie sollte man das besser herausfinden als so?
<h2>Abbreviated version in English</h2>
In advent, at least in Germany, we are being flooded by online advent calendars and advertising for charities. My take is that especially the small, less well-known organizations deserve some word-of-mouth advertising.
Based on the huge success of “Follow Friday“, let’s try it out for a good purpose – or actually, for many good purposes.
So: Please get busy re-tweeting, use the hashtag #AdventCharity (#AC ?) and list your preferred organizations.
Ideally, explain the hashtag for your personal favorite here in a comment. Of course, the following examples are again mostly the “usual suspects”; I’m looking forward to what we all (you!) make out of it.
Examples (in no particular order):
The idea originates from an annual mailing I receive from Médecins Sans Frontières. Of course, they suggest a donation, but they also include some stickers with my address that I can use to indicate the sender on my own christmas mail. So, whether I donate or not, I can support the organization by spreading the word. It’s like #FollowFriday on paper.
Der “Eintritt” ins heutige Thema war für mich wieder einmal ein Artikel bei Spiegel Online: “Warum Microsoft und Google Twitter brauchen“. Im Prinzip geht es um die Vermischung von Sozialen Medien mit klassischen Medien: Wie weit können soziale Medien die klassischen Medien ersetzen? Tatsache scheint zu sein, daß Twitter, Facebook & Co manchmal die klassischen Nachrichten an Tempo weit überbieten. SPON beschreibt das als “Schreckensszenario aus dem Social Web für alle, die vom Filtern, Einordnen und Präsentieren von Nachrichten leben”.
Gleichzeitig stelle ich mir die Frage, ob Geschwindigkeit hier tatsächlich der einzige Maßstab ist. Auch dazu gibt es ein aktuelles Beispiel… (more…)
Der DGB hat eine Studie über Arbeitslosigkeit u.a. von Abiturienten veröffentlicht – hier geht’s zum Original: http://www.dgb.de/2009/10/arbeitslosigkeit_abiturienten.pdf
Heise.de berichtete hier, uns Spiegel Online hier.
Und ich versuche mit ein bisschen gesundem Menschenverstand und einer gesunden mathematischen Halbbildung herauszubekommen, wieviel die jeweiligen Redakteure vom Thema verstanden haben. Dazu ein Wort vorweg: “Prozent” bedeutet “von Hundert” oder “Hundertstel”.
Stehen die wichtigsten Themen tatsächlich nicht auf dem Programm? Oder haben wir einfach keine Antworten?
In dem Artikel “Die Wahl einer Provinzregierung” steckt viel Wahres – und leider auch an einigen Stellen ein häufiger Irrtum: Die Verwechslung des Ergebnisses mit der Absicht. Ich fand den Artikel jedenfalls super-inspirierend.
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Beim Nachschlagen der UN-Menschenrechtscharta für den Artikel “Phyrrusfrieden” fielen mir bei Wikipedia noch die folgenden Dokumente in die Hände:
Natürlich wurde ich neugierig und habe weiter gelesen. Hier sind die Highlights:
“Ich bin zwar nicht Ihrer Meinung (Herr Kulla), aber ich würde mein Leben geben, damit Sie sie sagen dürfen.” Leider ist den Tibetern (wie auch den “echten” Chinesen) dieses Privileg verwehrt. Darum geht’s gerade, um nichts anderes.
Zum Kommentar von godforgivesbigots: “Dateicontainerverschlüsselung und Steganographie” –> Tibet ist, soweit ich das verstanden habe, kulturell und technisch in der Nähe unseres Mittelalters. Strom, Telefon, fließend Wasser? – in der Breite: Fehlanzeige. Der Wikipedia-Artikel zu Tibet zeigt einige aufschlußreiche Bilder.
Zu saltzundessick: “Tibet gehörte schon immer zu China”? Auf welcher Grundlage entsteht diese Behauptung?
Hier hilft ein Blick ein ein Lexikon Deiner Wahl, ersatzweise Wikipedia: Die Lage ist jedenfalls verworren und nicht mit einem Satz zu beschreiben. Unter den Wikipedia-Neutral-Point-of-View-Regeln stellt sich die Sache so dar:
Die Tibeter waren bis zum 18. Jahrhundert eine Monarchie (mehr oder weniger selbständig… da gab’s Auseinandersetzungen mit den Mongolen).
Im frühen 18. Jahrhundert etablierte China das Recht, bevollmächtigte Regierungsvertreter (so genannte Amban) in Lhasa zu stationieren. Als die Tibeter im Jahr 1750 gegen China rebellierten und den Regierungsvertreter töteten, reagierte China darauf mit dem Einmarsch seiner Truppen und der Einsetzung eines neuen Vertreters. Die tibetische Regierung führte jedoch wie zuvor ihre Arbeit fort.
… und später …
So verweilten zur Zeit des Einmarsches Chinas in das damals de facto unabhängige Tibet im Jahr 1950 dort nur sechs Ausländer
… plus die Sichtweise der Chinesen, plus die Sichtweise der Tibeter.
Also: Ja, wir wissen nicht genau was in Tibet gerade abgeht. Aber wenn wer sich etwas mehr Mühe gibt, kann jedenfalls mehr über die Lage wissen als über “Dateicontainerverschlüsselung und Steganographie” zu reden oder “Tibet gehörte schon immer zu China” zu behaupten.
Schönen Sonntag noch.
Hier im Blog (1, 2)steht ja schon meine Meinung zu Tibet und China. Trotzdem, die Diskussion jetzt über Meinungsfreiheit für Sportler sollte zusätzlich bedenken: Wie wollen wir mit politischen Meinungsäußerungen umgehen, die uns nicht gefallen? Wenn zum Beispiel ein Sportler mit einem T-Shirt antritt, auf dem “Frauen, zurück an den Herd” steht? Oder irgendwas aus der deutschen braunen Vergangenheit?
Wollen wir auch dann noch Meinungsfreiheit für Sportler?
Naja… Weihnachten ist jetzt einen Monat her, und das Neue Jahr ist schon ein paar Tage alt. Trotzdem, nachträglich: Die besten Wünsche für 2008 und “den Rest”.
Wie angedroht, hier kommen drei Gedanken zu dem, was die Welt 2008 anpacken sollte:
1) Umweltschutz
2) Energiekrise (und sonstige Rohstoff-Mangelerscheinungen)
Während die öffentliche Diskussion lange an der Energiekrise knabberte und dann vom Extrem “Energiekrise” zum Extrem “CO2” sprang, scheint es sich hier für mich um zwei Seiten der selben Medaillie zu handeln. Klar wird nicht jeder Liter verbrauchtes Öl 1:1 in CO2 umgewandelt. Klar, nicht für jeden einzelnen Liter Bio-Sprit werden die Lebensmittel teurer. Und doch: Die Themen Umweltschutz und Energie sind zwei Aspekte der gleichen Sache: Rohstoffe. In den frühen Siebzigern veröffentlichte der Club of Rome sein Werk “Die Grenzen des Wachstums“, in dem über eine gigantische Simulation der Weltwirtschaft ermittelt wurde, wie es mit unserem Planeten weitergeht. Das Ergebnis: Die Fähigkeit des Planeten, unseren “Müll” (einschliesslich Abgase, Abwasser, Giftmüll usw.) aufzunehmen, wird etwa zur gleichen Zeit zur Neige gehen wie die Rohstoffe uns ausgehen, nämlich etwa 2050. Da vorher heftige Verteilungskämpfe zu erwarten sind, bricht die Genauigkeit der Simulation zusammen, bevor klar ist, welches der beiden zuerst eintritt… Übrigens: Sogar wenn wir das nicht unter Kontrolle bekommen, gibt’s immer noch ein katastrophales Problem mit der Überbevölkerung.
Wer jetzt sagt “ach was, eine Simulation aus den 70′ern, was solls…” sollte noch einmal zum Buchhändler gehen: Unter dem Titel “Die Neuen Grenzen des Wachstums” wurde 1994 das Thema neu simuliert, mit weitgehend den gleichen Ergebnissen – nur auf Basis neuerer Daten… Und bei der Recherche habe ich gerade festgestellt, daß es schon eine dritte Runde gibt: 2006 wurde “Grenzen des Wachstums – Das 30-Jahre-Update. Signal zum Kurswechsel
” veröffentlicht – das muß ich mir demnächst zulegen…
Wer den Büchern immer noch nicht glaubt, kann sich an aktuellen Ereignissen orientieren:
Und übrigens, noch ein Beitrag zur Hessen-Wahl: Herr Clement hat recht, man sollte nicht gleichzeitig gegen Kohlekraftwerke und gegen Kernkraft sein… sonst erwischt Frau Ypsilanti der alte Spruch “… bei mir kommt der Strom aus der Steckdose…”
Der dritte Gedanke lenht sich an an die Weihnachtsgeschickte von Dickens:
3) Und Frieden auf Erden…
Für mich stellt nach wie vor der Konflikt zwischen Islam und “Rest der Welt” eines der größten Sicherheitsrisiken dar. Die Wurzel dieser Meinung liegt in einem Thread in einem Forum über Studentenaustausch. Studenten aus islamischen Ländern, die schon seit mehreren Jahren in “westlichen” Ländern studierten (USA, Kanada, Australien, Europa) unterhielten sich zum Karikaturenstreit. Dabei wurde unter vielen islamischen Studenten eine für mich mangelnde Toleranz für diese Form von Humor sichtbar – und eine für westliche Studenten ungewöhnliche Bereitschaft zu Gewalt “in solchen Ausnahmefällen”. Ich denke, jeder Akt von “Toleranz” und “Verständnis” in diesen Fragen hat Vorbildcharakter: “Mit denen kann man’s ja machen, die sind ja schwach” – diese Sichtweise können wir nicht ändern, also müssen wir uns darauf einstellen. Ich bin froh über Artikel wie “Was tun, wenn die Schläger kommen?” bei Spiegel Online, damit jeder mit diesen Schwierigkeiten umzugehen lernt.
Das also ist “Bananenblatt Eintrag 100″. Das Bananenblatt wünsche allen Lesern Glück und Gesundheit.